Werl holt zur Konterattacke gegen Thier-Galierie aus.
Im Moment steht es 0:1 für die Dortmunder Thier-Galerie. Aber in Zukunft könnte sich das schnell ändern, wenn die Stadt Werl das riesige Factory Outlet Center durch boxt.
Die am 15. September eröffnete Thier-Galerie läuft wie am Schnürchen. Immer neue Besucher kommen in die Stadt und geben hier Geld aus. Davon kann die Stadt Werl nur träumen. Denn Werl gehört zu den ärmsten Städten NRWs. Laut Bürgerhaushalt.org belaufen sich ihre Schulden auf ca.100 Millionen Euro (Stand 27.02.2009). Die mittelgroße Stadt bietet begrenzte Einkaufsangebote, so das viele Werler in anderen Städten einkaufen pflegen. Um der ganzen Situation einen Riegel vorzuschieben, haben sich die Stadtväter, etwas einfallen lassen. Sie möchten ein riesiges Factory Outlet Center (FOC) vor den Stadttoren bauen lassen.
Auswirkungen auf andere Städte
Diese Mitteilung hat auch ein Aufschrei unter den Dortmunder Einzelhändlern ausgelöst. Aber nicht nur die Dortmunder protestieren dagegen. Andere Gemeinden fürchten sich ebenfalls vor den Konsequenzen. Die Stadt Unna sieht schwarz, falls das Arnsberger Gericht grünes Licht gibt. Denn streng genommen darf die Stadt Werl das FOC nicht bauen. Der Grund dafür ist, dass das Werler Vorhaben dem Regionalplan des Regierungsbezirks Arnsberg und dem regionalen Einzelhandelskonzept widerspricht. Aber die verzweifelte Stadt spekuliert auf eine Gesetzeslücke und hofft so den Regionalplan zu umgehen.
So sieht es für den Dortmunder Handel aus
Für Dortmunder Einzelhändler könnte das bedeuten, dass weniger Käufer aus dem Umland nach Dortmund kommen würden. Somit würden die Einzelhändler auf der Fußgängerzone noch weiter unter Druck geraten. Denn die Thier-Galerie hat bereits jetzt den Einkaufsstrom umgeleitet. Aber auch die Händler, die sich in der Thier-Galerie angesiedelt haben, werden Probleme bekommen, wenn sie versuchen mit dem FOC in Werl zu konkurrieren. Denn abgesehen von den günstigen Preisen für vergleichbare Qualität, sind für das Outlet-Center in Werl, insgesamt ca. 80.000 m² reserviert. Dabei soll eine Verkaufsfläche zwischen 16 000 und 18 000 m² entstehen.
Zudem kommt, das dort in unmittelbarer nähe, das Möbelhaus Turflon gibt. Das bedeutet, dass einige Käufer dazu verleitet werden könnten, dort einkaufen zu gehen. Den neben den Discounter-Möbeln bietet Turflon auch echte Markenware zu günstigen Preisen. Dieses Verhalten kann sich negativ auf die Möbelhäuser in der Nordstadt auswirken.
Kritik aus den eigenen Reihen
Zwar hoffen viele Werler auf weitere 400 bis 1000 neue Arbeitsplätze und auf die steigende Kunden in der Innenstadt, aber es gibt auch Skeptiker. Sie weisen auf steigende Umweltverschmutzung und die Einkesselung der Gemeinde Sönnern und auf die schmerzlichen Fehler aus der Vergangenheit (ATU). Auch die Reduzierung der Arbeitslosenquote bezweifeln die Leute, wenn keine entsprechenden Bedingungen von vornherein festgelegt werden.
Fazit
Die Entscheidung des Arnsberger Gerichts bringt wird auf gravierende Folgen für alle Beteiligten bringen. Ob sie den Werlern tatsächlich die dringend benötigten und sehnlichst erhofften Arbeitsplätze bzw. Einnahmen bringt bleibt abzuwarten. So wie welche Risiken es dem Handel in Dortmund und anderen Gemeinden bringt. Interessant werde auch die Gegenmaßnahmen sein, zu denen der Handel gezwungen sein wird, beim Bau des größten FOC in Deutschland. Denn das der Handel in diesem Fall im Zugzwang sein wird ist klar. Weil die Investoren mit einem Einzugsgebiet von rund 18,1 Millionen Einwohnern rechnen.
Hier die Zahlen aus Soester Anzeiger:
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bis 30 Pkw-Minuten entfernt leben 1,2 Millionen Menschen,
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30 bis 60 Pkw-Minuten entfernt sind es 7,3 Millionen,
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60 bis 90 Pkw-Minuten entfernt werden 9,6 Millionen gezählt.

