Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen
Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Aktuelles Wenn die Arbeitsgelegenheiten (1 € Jobs) wegfallen
« Mai 2012 »
Mai
MoDiMiDoFrSaSo
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31
Tip des Monats

Kompetente Hilfe bei Rückfragen zu ihrem Arbeitslosen-Bescheid.

Freizeitangebote für Jugendliche.

 

--------------------------------------------------------------------------

Senden Sie weitere Vorschläge für das Portal an redaktion@dortmund-nord.de

 

Wenn die Arbeitsgelegenheiten (1 € Jobs) wegfallen

— abgelegt unter: ,

Die Einführung von den Arbeitsgelegenheiten (AGH), besser bekannt als 1-Euro-Jobs, war umstritten. Innerhalb der Bevölkerung wurde diese Maßnahme nie richtig akzeptiert. Jetzt werden die Gelder für Arbeitsgelegenheiten reduziert. Ist es tatsächlich so ein Drama, wenn sie wegfallen? Wie groß ist der Nutzen der 1-Euro-Jobs? Wer profitiert derzeit am meisten von diesen Arbeitsgelegenheiten?

Gut gemeint...

Eigentlich sollten die Langzeitarbeitslosen von den Arbeitsgelegenheiten profitieren. Die 1-Euro-Jobs waren als Sprungbrett ins normale Arbeitsleben gedacht. Während der Beschäftigungsmaßnahme sollten die Langzeitarbeitslosen wieder an einen geregelten Alltag gewöhnt werden. Außerdem haben die Arbeitgeber genug Zeit (häufig 6 Monate) um sich von den Qualitäten des 1-Euro-Jobbers zu überzeugen und diesen evtl. einzustellen. Während der Maßnahmendauer werden die 1-Euro-Jobber vom Träger, zum Beispiel: Diakonie, betreut und Qualifiziert. Der Träger bekommt dafür staatliche Transferleistungen. Auch die Beschäftigten bekommen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 1,50 € die Stunde, die zu dem Harz IV Bezug addiert wird. Zusätzlich profitiert die Arbeitslosenstatistik davon, da diese Menschen (197.000 Personen deutschlandweit, Stand Juli 2011) nicht länger als Arbeitslos gelten.

 

Die Realität

Leider werden die gesetzlichen Vorgaben zur Schaffung von entsprechenden Arbeitsgelegenheiten nicht immer eingehalten. Häufig werden die 1-Euro-Jobber regelrecht ausgebeutet. Die Ironie daran ist, dass diese Menschen häufig im sozialen Sektor tätig sind. Ausgebildete Erzieherinnen mit Migrationshintergrund werden zwar in Kindergärten eingesetzt, aber nicht übernommen. Eine Bürofachkraft bekommt eine Stelle als Bürogehilfin in einem Betrieb zugewiesen. So sieht die Realität vieler 1-Euro-Jobber aus. Trotz der verrichteter gleicher Arbeit eines "normalen" Angestellten wird die Leistung dieser Menschen nicht anerkannt. Bei dem JobCenter heißt es: Sie gehen "nur" einer Arbeitsgelegenheit nach. Durch die Medien entstand das Bild eines faulen 1-Euro-Jobbers! Dabei würde jeder betroffene sich freuen, wenn er einem regulären Arbeitsverhältnis nachgehen könnte. Stattdessen durchlaufen diese Menschen immer wieder verschiedene Arbeitsmaßnahmen und eine Festanstellung ist nach wie vor nicht in Sicht.

Was kann man tun, die 1-Euro-Jobs abschaffen? Der Gewerkschaftsbund (DGB) und der Arbeitgeberverband (BDA) wären jedenfalls dafür. Aber so einfach ist das nicht. Den sozialen Einrichtungen, wo die 1-Euro-Jobber ihre arbeiten verrichten, fehlt in der Regel das Geld um diese Menschen fest einzustellen. Nichts desto trotz gibt sie den Betroffenen ein Stück Selbstachtung wieder und sorgt für einen Hoffnungsschimmer! Außerdem verhilft diese Maßnahme tatsächlich vereinzelten Personen zu einem regulären Arbeitsplatz.

 

Die Auswirkungen auf die Kommunen.

Viele Kommunen sind verschuldet. Die 1-Euro-Stellen stellen ein Sparpotenzial für sie da. Deshalb sind sie auch gegen die Abschaffung von 1-Euro-Jobs. Aber sind die Kommunen tatsächlich im unrecht? Kann man den Langzeitarbeitslosen zumuten etwas für die Gemeinschaft zu tun, wenn sie keiner geregelten Arbeit nachgehen? Schließlich ist der Bedarf an ehrenamtlichen Mitarbeitern groß. Und die Arbeitsgelegenheiten helfen, das Loch zustopfen, dass durch den Wegfall von Zivildienstleistenden hinterlassen wurde.

Ein weiterer Punkt ist, das die Langzeitarbeitslose, die diese Stellen annehmen, zu den sogenannten Härtefällen gehören. Die Kommunen wissen einfach nicht, wie sie dieses Problem anderweitig lösen könnten.

 

Swetlana Stern

Artikelaktionen