Nordstadt – das Auffangbecken für Migranten
Die Dortmunder Nordstadt dient als Auffangbecken für Migranten. Da in der Vergangenheit manche Sachen ignoriert wurden, hat sich die Nordstadt zu einem Problembezirk entwickelt. Sie weist außergewöhnliche Erfolge auf den Gebieten der Integration, Erziehung und Kultur auf. Dennoch hat sie mit Drogen, Alkohol, Kriminalität, in die Wohnungen verlagerter Prostitution und vor allem mit ihrem schlechten Ruf zu kämpfen.
Die Einwohner der Dortmunder Nordstadt stellen eine bunte Mischung da. Dennoch haben sie eine Gemeinsamkeit - rund 50% von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Statistisch gesehen, liegt die Zahl damit im Vergleich zu anderen Stadtteilen im oberen Bereich. Auch die Arbeitslosenquote ist überdurchschnittlich hoch. Dadurch hat sich die Nordstadt zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt.
Um dem entgegen zu steuern, hat die Stadt Dortmund verschiedene Projekte ins Leben gerufen. Manche von diesen sind erfolgreich, andere dagegen scheitern an der Bevölkerung. Dazu gehört versteckte Diskriminierung, die schon bei Bildungsgleichheit und Erwerbschancen beginnt. So vertreten einige Lehrkräfte die Ansicht, dass die Migrantenkinder die Harz IV- Empfänger von Morgen sind und verweigern absichtlich den Zugang zu höheren Schulen. Aber es gibt auch Schulen wie z. B. Gertud-Bäumer-Realschule, wo sich alle beteiligten am Strang der Integration ziehen. Die erfolgreichen Bemühungen der Schule wurden sogar mit dem Zertifikat "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ausgezeichnet.
Dennoch haben es Schulen, wie die Gertrud-Bäumer-Realschule, schwer, weil die Lehrkräfte während ihres Studium nicht auf den Umgang mit Migrantenkindern vorbereitet werden. Dazu kommt, das viele Eltern nicht möchten, dass ihre Kinder auf eine Schule mit hohem Migrantenanteil gehen. Somit sabotieren sie die Integrationsbemühungen der Politik. Die Sabotage setzt sich später im Berufsleben der Migranten fort. Die Arbeitnehmer sind häufig nicht gewillt eine Stelle mit Migranten zu besetzen. Das belegen schon seit Jahren die Studien des OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Die einzigen Ausnahmen sind, sie weisen überragende Qualitäten im Vergleich zu deutschen Arbeitskräften auf oder sind bereit für einen niedrigen Lohn zu arbeiten. Diese Probleme setzen sich auch in der zweiten Generation fort.
Um fair zu bleiben muss man auch sagen: nicht jeder Migrant bringt den nötigen Integrationswillen mit. Diese Individuen sind meistens daran Schuld, dass die Deutschen, ein schlechtes Bild von Migranten haben. Leider hat sich das negative Bild sich in den vergangenen Jahrzehnte in den Köpfen vieler Bürger festgesetzt. Um dem entgegenzuwirken, hat DERWESTEN die Serie, Gesichter der Nordstadt, ins Leben gerufen. Dort werden regelmäßig erfolgreich integrierte Migranten und Menschen die sich für ihr Stadtteil einsetzten präsentiert.
Nichts desto Trotz bleib die bleibt die Situation in der Nordstadt aus den oben genannten Gründen weiterhin angespannt. Wie groß der Integrationswille jedes einzelnen ist, zeigt sich schon beim Besuch eines Integrationskurses. Es gibt Menschen die wirklich um erfolgreiche Integration bemüht sind und solche die sich ihre Kursferien mithilfe eines Krankenscheins verlängern.
Zusätzlich hat die Nordstadt noch mit Drogen, Alkohol, in die Wohnungen verlagerter Prostitution und Kriminalität zu kämpfen. Projekte wie z. B. „Saufraum“ sind eigentlich dazu gedacht, die Situation in den Griff zu bekommen, sorgten aber im Vorfeld bei Einwohnern der Nordstadt für erhebliche Zweifel. Auch unter Lokalpolitikern gab es Zweifler. Diese Zweifel hatten in der Vergangenheit zu einer Schlammschlacht unter Ratsmitgliedern geführt. Jetzt wo der "Saufraum" eröffnet wurde, scheint es gut zu laufen. Immerhin hat der "Saufraum" alias Café Berta schon bis zu 15 Stammgäste gewinnen können. Wie weit die Akzeptanz der Trinkerdszene geht, bleibt jedoch abzuwarten.
Nicht desto trotz bleibt die Nordstadt ein attraktives Ziel für Migranten, vor allem für die bulgarischen Romas. Wieso?
Die meisten Romas stammen aus Stolipinovo (Vorort von Plovdiv), dort liegt die Arbeitslosenquote bei 90%. Zudem kommt, das auf Grund von vielen unbezahlten Rechnungen, die Stromversorgung nur Nachts funktioniert. Da die meisten Rohre durch gerostet sind, gibt es keine Wasserversorgung und die Kanalisation wird oberirdisch betrieben. Auch die meisten Kinder gehen nicht zur Schule, weil sie nicht registriert sind. Die Fördergelder der EU scheinen nicht bei der Bevölkerung von Stolipinovo anzukommen, sondern versickerten weiterhin bei den Oberhäuptern der Clans. Diese verzweifelte Situation vor Ort führt dazu, dass Dortmund weiterhin ein attraktives Migrationsziel bleibt! Außerdem sind die bulgarischen Romas türkischsprachig. So finden sie bei der türkischsprachigen Community in der Nordstadt einen leichten Anschluss.
Wie die Integration des einzelnen oder einer Familie anschließend verläuft hängt jedoch vom Charakter der Menschen ab. Unter den Einwanderern gibt es viele die fest entschlossen sind, hier glücklich zu werden. Dafür nehmen sie häufig ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie gründen eigene Unternehmen, studieren oder fangen eine Ausbildung an. Vorab nutzen sie die gebotene Integrationshilfen im optimalen Umfang aus.

