Kinder- und Jugendintegration
Die Dortmunder Nordstadt ist der Schmelztiegel für 132 Nationen. Deshalb wird seit Jahren hier die Integration groß geschrieben. Schon in Kindertagesstätten und Schulen wird der respektvolle miteinander gelernt. Dadurch zeichnen sich diese Kinder durch hohe soziale Kompetenz aus. Auf diesem Wege arbeitet die nördliche Innenstadt ein gesundes Integrationsprogramm aus, das auch in anderen Stadtteilen zum tragen kommt. Wie das in der Nordstadt funktioniert, möchten wir hier anhand folgender vier Einrichtungen zeigen.
Da wäre zum Beispiel die FABIDO Kindertageseinrichtung am Friedrich-Henkel-Weg. Hier wachsen die Kinder zweisprachig auf. Neben der Muttersprache der eigenen Familie, lernen die Kinder von Anfang an Englisch. Das gehört hier zum Erziehungskonzept dazu. Damit folgen sie der Forschung, die besagt, dass es für die Kinder egal ist wieviele Sprachen sie in den ersten drei Lebensjahren lernen. Da sie sich während dessen in einer sensiblen Phase befinden. So können sich sprachliche Strukturen im Gehirn besonders rasant entwickeln. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Kinder von Muttersprachlern unterrichtet werden. So entstehen keine Sprachfehler, beim erlernen der neuen Sprache. Aus diesem Grund stammen die Erzieher, in der FABIDO Kindertageseinrichtung am Friedrich-Henkel-Weg, aus einem englischsprachigem Land.
Der Kindergarten an der Eberstraße verfolgt einen anderen Ansatzpunkt. Da der Anteil der Migrantenkinder über 50 Prozent liegt, steht vor allem die Kultur im Vordergrund. Dabei erklären die Erzieher den Kindern verschiedene Aspekte der jeweiligen Nation. Was ihnen gut gelingt, weil fünf Erzieherinnen selbst einen Migrationshintergrund haben. Dennoch liegt der Schwerpunkt auf den kulturellen Gemeinsamkeiten. So lernen die Kinder zum Beispiel: afrikanische Märchen, russische Tänze und feiern gemeinsam das Zuckerfest. Auch die Eltern sind fest in dieses Konzept eingebunden. Das gleiche Konzept verfolgt auch die evangelische Kindertageseinrichtung an der Lutherstraße, wo der Anteil der Migrantenkinder über 85 Prozent liegt.
Die damit erlangte soziale Kompetenz und Intelligenz hilft auch in der Schule. Da das Gehirn an mehrere Sprachen gewöhnt ist, fällt das erlernen anderer Fremdsprachen leichter. Und Kinder die an unterschiedliche Kulturen gewöhnt sind, begegnen ihren Mitmenschen mit Respekt. Gegenseitiger Respekt ist auch ein Thema an der Gertrud-Bäumer-Realschule. Die Schule hat erst kürzlich ein Auszeichnung von RAA (Regionale Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien) gegen Rassismus erhalten. Und damit diese Arbeit leichter von der Hand geht, binden sie die Eltern intensiv ein. Sei es jetzt am runden Tisch, wo die Lehrer mit den Eltern über die richtige Strafe und Wiedergutmachung entscheiden, oder indem sie Eltern an Integrationsschulen vermitteln.
Zudem können sich die Lehrer intensiver um ihre Schüler kümmern, weil die Klassen 5-8 von jeweils zwei Deutschlehrer betreut werden. So können sie besser auf Sprachprobleme eingehen. Auch über Sport, speziell Fußball, versuchen die Lehrer das Selbstwertgefühl der Mädchen zu stärken. Auf diese weise lasst die Schule Rassismus kein Platz. Mehr noch, dank diesem Engagement, haben die meisten Schüler gute Chancen auf weiterführenden Schulen. Und die Schüler danken es ihren Lehrern, indem sie Ehrgeiz zeigen und gerne in die Schule gehen.
Wir wollen hoffen, dass weitere Schulen sich ein Beispiel an Gertrud-Bäumer-Realschule nehmen und ihre Schüler ebenso intensiv fördern. Wenn der Staat zudem einige Änderungen im Studiumbereich vornimmt, dann können vielleicht auch die Arme, aber intelligente Nordstadtjugend studieren. Darüber hinaus wünschen wir diesen Kindern, dass ihre Adresse in der Dortmunder Nordstadt nicht zum Verhängnis wird, wie das bereits vielen Menschen passiert ist.

